Prognosebericht

 

Zu Beginn des zweiten Quartals sind die Aussichten weiterhin günstig, dass die Weltwirtschaft ihre Expansion fortsetzt und in den kommenden Quartalen etwas an Dynamik gewinnt. Dies gilt vor allem für die Industrieländer und hier insbesondere für die USA und Westeuropa. In den USA sollte die Inlandsnachfrage von soliden Beschäftigungsgewinnen, Einkommenszuwächsen, steigender Kapazitätsauslastung und anziehenden Kreditvolumina profitieren. Daher haben sich hier die Konsenserwartungen für das Wirtschaftswachstum mittlerweile stabil bei knapp 3% eingependelt. Konsum- und Geschäftsklima sowie die Produktion haben sich in weiten Teilen der Europäischen Währungsunion im bisherigen Jahresverlauf so günstig entwickelt, dass sich für einzelne Volkswirtschaften bereits leichte Aufwärtskorrekturen der Wachstumserwartung für dieses Jahr ergeben haben. Für die Eurozone als Ganzes hat sich damit nach dem Minus von 2013 eine Jahresprognose von rund 1% merklich gefestigt. In Japan wird aufgrund der nun vorgenommenen Erhöhung der Mehrwertsteuer für die nächsten Quartale eher mit einem leicht abgeschwächten Wachstum gerechnet. Trotz einiger Sorgen um die Stabilität des Finanzmarktes sowie sichtbarer Eintrübungen beim Geschäftsklima sollte die chinesische Wirtschaft in der Lage sein, das für 2014 angestrebte Wachstum von rund 7,5% zu erreichen. Konjunkturell am schwierigsten ist sicherlich die Lage in einigen Schwellenländern und hier insbesondere überall dort, wo markante Defizite in den Leistungsbilanzen ausgewiesen werden. Die Prognosen für so wichtige Schwellenländer wie Brasilien, Türkei, Südafrika oder Indien liegen weiterhin klar unterhalb der langfristigen Möglichkeiten. Deutliche Abwärtskorrekturen haben sich bereits für die russische Wirtschaft eingestellt, wobei inzwischen auch rezessive Entwicklungen nicht ausgeschlossen werden können. Insgesamt ist die Weltwirtschaft aus heutiger Sicht aber immer noch auf dem Weg, dieses Jahr ein Wachstum von etwas mehr als 3% zu erzielen. Die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft bleibt aber angesichts der vorhandenen Risiken fragil und anfällig für externe Störungen.

Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte nach derzeitiger Einschätzung im laufenden Jahr in einer Größenordnung von 4-5% wachsen. Dabei sehen wir die Entwicklung der Märkte aktuell eher am unteren Rand dieser Bandbreite. Den größten Beitrag zum globalen Wachstum sollte dabei erneut der chinesische Markt leisten. Dort dürfte ein weiterer Zuwachs des Pkw-Marktes in der Größenordnung von 10% möglich sein. Auch der US-amerikanische Markt wird voraussichtlich weiter zulegen. Die Zuwachsrate dürfte zwar nur noch relativ moderat ausfallen, das Marktvolumen wird voraussichtlich auf rund 16 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ansteigen. Für den westeuropäischen Markt erwarten wir weiterhin eine eher zögerliche Erholung. Die zuletzt recht deutlichen Zuwachsraten waren vor allem den schwachen Vorjahresniveaus geschuldet und dürften im Jahresverlauf spürbar kleiner werden. Dennoch ist in den meisten Kernmärkten dank der verbesserten Konjunkturaussichten insgesamt mit Nachfragezuwächsen zu rechnen. Für Japan ist trotz des schwungvollen Jahresauftakts für das Gesamtjahr 2014 von einer Marktkorrektur auszugehen. Die Anfang April umgesetzte Mehrwertsteuererhöhung dürfte die Nachfrage in den kommenden Monaten spürbar belasten. In den großen Schwellenländern (außer China) ist davon auszugehen, dass die jüngsten Verwerfungen nicht spurlos an der Pkw-Nachfrage vorbeigehen werden. Für Indien gehen wir noch von einer moderaten Erholung der Pkw-Nachfrage aus, sehen aber nennenswerte Risiken. Der russische Pkw-Markt dürfte aus heutiger Sicht bestenfalls das Vorjahresniveau erreichen; aufgrund des aktuell schwierigen Umfelds ist auch ein Marktrückgang nicht mehr auszuschließen.

Bei der weltweiten Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw ist für das Jahr 2014 nach derzeitigem Stand nur noch mit einem Marktniveau in der Größenordnung des Vorjahres zu rechnen. Mit Ausnahme des nordamerikanischen Marktes ist in den meisten Kernmärkten keine nennenswerte Dynamik zu erwarten. Im Gegenteil, in einigen Schwellenländern bestehen aufgrund der aktuellen Turbulenzen eher Abwärtsrisiken. In der NAFTA rechnen wir dank der zunehmenden konjunkturellen Dynamik mit einem Marktanstieg in der Größenordnung von 10%. Im europäischen Markt dürfte der positive Effekt vorgezogener Käufe nun vollends auslaufen. Die Entwicklung im weiteren Verlauf des Jahres 2014 wird entscheidend davon abhängen, inwieweit die konjunkturelle Belebung dieses belastende Element ausgleichen kann. Aus heutiger Sicht erwarten wir für das Gesamtjahr ein Marktvolumen leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der japanische Markt für leichte, mittelschwere und schwere Lkw wird aufgrund der aktuellen Mehrwertsteuererhöhung voraussichtlich spürbar an Dynamik verlieren. Dennoch sollte die Nachfrage im Gesamtjahr einen leichten Zuwachs verzeichnen. Dagegen dürfte der brasilianische Markt für mittlere und schwere Lkw das Vorjahresniveau aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung verfehlen und einen Rückgang in der Größenordnung von 10% aufweisen. Für Russland und Indien ist aufgrund der konjunkturellen Schwäche inzwischen von weiteren Marktrückgängen auszugehen. Der chinesische Markt dürfte aus heutiger Sicht einen moderaten Zuwachs verzeichnen. Weil dort aber im Jahresverlauf 2013 neue Emissionsvorschriften eingeführt wurden, ist der Ausblick für 2014 noch mit spürbarer Unsicherheit verbunden.

Für 2014 rechnen wir in Europa insgesamt mit einer leichten Nachfrageerholung bei mittelgroßen und großen Transportern. Dabei dürfte die Marktentwicklung der einzelnen Länder aber sehr unterschiedlich ausfallen. Bei den kleinen Transportern rechnen wir in Europa mit einem Marktvolumen in der Größenordnung des Vorjahres. Für die USA erwarten wir im Jahr 2014 einen deutlichen Nachfrageanstieg im Markt für große Transporter, und auch für China rechnen wir mit einer weiteren Belebung der Nachfrage. Für Lateinamerika gehen wir von einem Marktrückgang bei den großen Transportern aus.

Bei den Bussen erwarten wir in Westeuropa für das Jahr 2014 ein Marktvolumen, das leicht über dem Niveau des Vorjahres liegt. Bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Lage in Argentinien und die wachsenden Marktunsicherheiten in Brasilien gehen wir für Lateinamerika von einer rückläufigen Busnachfrage aus.

Auf Basis der Planungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2014 deutlich gesteigert werden kann.

Mercedes-Benz Cars ist nach dem Rekordjahr 2013 mit starken Neuheiten in ein weiteres Wachstumsjahr gestartet, in dem wir den Absatz deutlich steigern wollen: So feierten mit der neuen C-Klasse Limousine und dem kompakten SUV GLA im März die beiden wichtigsten Mercedes-Benz Fahrzeuge des Jahres ihre Markteinführung in Europa. Noch Im ersten Halbjahr folgt die Verkaufsfreigabe für das C-Klasse T-Modell, das für weitere Absatzimpulse sorgen wird. Schon kurz nach dem Modellwechsel hat sich im vergangenen Jahr die neue S-Klasse an die Spitze der weltweiten Verkäufe in ihrem Segment gesetzt. In diesem Frühjahr hat Mercedes-Benz das Modellprogramm der S-Klasse um attraktive Varianten erweitert. Zudem geht mit dem neuen S-Klasse Coupé ab September ein neuer Traumwagen an den Start. Weiteres Wachstum im Oberklasse-Segment ist zudem von der Modellpflege der CLS-Klasse im Juni zu erwarten. Im Juli feiern smart fortwo und smart forfour ihren ersten großen Auftritt – zum Ende des Jahres sind die ersten Fahrzeuge auf dem Markt verfügbar.

Das Beste kennt keine Alternative. Die neue C-Klasse
GLA - Das neue Kompakt-SUV von Mercedes-Benz

Daimler Trucks rechnet für das Jahr 2014 insgesamt mit einer deutlichen Absatzsteigerung. In Westeuropa gehen wir davon aus, dass die Nachwirkungen der Euro-VI-Einführung der erwarteten Aufwärtsentwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage entgegenwirken und damit die Absatzentwicklung belasten. Mit der neuen Mercedes-Benz Modellpalette wollen wir jedoch unsere sehr gute Marktposition weiter festigen. Nachdem sich der brasilianische Markt im vergangenen Jahr weitgehend von dem Tief des Jahres 2012 erholt hatte, erwarten wir nun eine deutlich rückläufige Nachfragesituation. Unsere umfassenden Optimierungsmaßnahmen in der Produktion, bei den Produkten und im Vertrieb, für die wir bis Ende 2015 rund 300 Mio. € investieren, sollten unsere Marktposition weiter stärken. Die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in einigen lateinamerikanischen Ländern sowie der Türkei und Russland birgt jedoch Risiken für den weiteren Jahresverlauf. Deutlich steigende Absatzzahlen erwarten wir in der NAFTA-Region und in Asien: In der NAFTA-Region sollte sich unser Absatz angesichts des erwarteten Marktanstiegs positiv entwickeln und deutlich über dem Niveau des Jahres 2013 liegen. In Asien sollte die Verfügbarkeit zusätzlicher BharatBenz Modelle im indischen Markt einen wichtigen Beitrag zum Absatzwachstum leisten. Zusätzlich generieren wir Synergiepotenziale und weitere Wachstumsmöglichkeiten im Rahmen unseres integrierten »Asia Business Model«, wie zum Beispiel durch die neuen FUSO-Modelle aus Chennai. In Japan werden wir an dem zu erwartenden leichten Marktwachstum partizipieren.

Mercedes-Benz Vans geht für das Jahr 2014 von einer deutlichen Steigerung des Absatzes aus. Bei den mittelgroßen und großen Transportern rechnen wir in Europa mit einem deutlichen Absatzzuwachs; dabei werden sowohl der neue Sprinter als auch der neue Vito und die V-Klasse für zusätzliche Nachfrageimpulse sorgen. Beim Citan gehen wir ebenfalls von einer weiteren Absatzsteigerung aus.

Daimler Buses geht für das Jahr 2014 insgesamt von einem leichten Absatzzuwachs aus,wobei sich der Anteil der Komplettbusse positiv entwickeln dürfte. In Westeuropa erwartet Daimler Buses in diesem Jahr eine deutliche Absatzsteigerung im Komplettbusgeschäft. Bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Lage in Argentinien und die wachsenden Marktunsicherheiten in Brasilien wird in Lateinamerika mit einem schwächeren Absatz bei Fahrgestellen gerechnet.

Daimler Financial Services erwartet für das Jahr 2014 einen deutlichen Anstieg von Neugeschäft und Vertragsvolumen. Wichtige Wachstumstreiber sind die Produktoffensiven und Marktentwicklungen der automobilen Geschäftsfelder, die zielgruppengerechte Ansprache jüngerer Kunden, die Ausweitung des Geschäfts insbesondere in Asien, die Weiterentwicklung unserer Online-Vertriebskanäle sowie der Ausbau innovativer Mobilitätsangebote.

Wir gehen davon aus, dass der Konzernumsatz von Daimler im Jahr 2014 deutlich zunehmen wird. In regionaler Hinsicht rechnen wir für Nordamerika und China mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten.

Auf der Basis der von uns erwarteten Marktentwicklung, der oben genannten Faktoren sowie der Planungen unserer Geschäftsfelder gehen wir davon aus, das EBIT aus dem laufenden Geschäft im Jahr 2014 deutlich zu steigern.

Für die einzelnen Geschäftsfelder streben wir im Jahr 2014 die folgenden EBIT-Ziele aus dem laufenden Geschäft an:
– Mercedes-Benz Cars: deutlich über Vorjahresniveau,
– Daimler Trucks: deutlich über Vorjahresniveau,
– Mercedes-Benz Vans: auf Vorjahresniveau,
– Daimler Buses: leicht über Vorjahresniveau und
– Daimler Financial Services: leicht über Vorjahresniveau.

Darüber hinaus werden die Veräußerung unserer Anteile an der Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH und der Übergang von der At- equity-Bewertung unserer Anteile an Tesla Motors auf die erstmalige Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zu einem signifikanten Ergebnisbeitrag führen.

Die erwartete Ertragsentwicklung in den Automobilgeschäftsfeldern wird sich im Jahr 2014 auch positiv im Free Cash Flow des Industriegeschäfts niederschlagen. Beim Vergleich mit dem Vorjahreswert ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Free Cash Flow des Jahres 2013 in Höhe von 4,8 Mrd. € einen Mittelzufluss aus der erfolgreichen EADS-Transaktion von 2,2 Mrd. € und den Erwerb einer 12%-Beteiligung an BAIC Motor in Höhe von 0,6 Mrd. € enthielt. Daneben war der Free Cash Flow des Vorjahres von stichtagsbezogenen Effekten positiv beeinflusst, die sich im laufenden Jahr teilweise wieder ausgleichen werden. In Kombination mit weiterhin hohen Investitionen und Forschungs- und Entwicklungsleistungen rechnen wir damit, dass der um Effekte aus Beteiligungszu- und abgängen bereinigte Free Cash Flow des Industriegeschäfts im Jahr 2014 deutlich unter dem Vorjahreswert liegen dürfte. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung erwarten wir im Jahr 2014 aus dem Verkauf unserer Anteile an der Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH einen Mittelzufluss von 2,43 Mrd. €.

Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die weltweite Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Jahresende 2013 stabil bleiben wird.

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