Geschäftsentwicklung

 

Weltwirtschaft mit verhaltener Expansion

Die Weltwirtschaft dürfte im ersten Quartal 2014 ihren Aufwärtstrend fortgesetzt haben, allerdings gab es einige dämpfende Entwicklungen für das globale Wachstum. So hat in den USA der ungewöhnlich strenge Winter die Konjunktur zum Jahresanfang beeinträchtigt. Erfreulich war hier jedoch, dass mit der reibungslosen Einigung über die Erhöhung der staatlichen Schuldenobergrenze ein zentrales Konjunkturrisiko für 2014 weggefallen ist. In Westeuropa entwickelten sich wichtige Stimmungsindikatoren weiterhin solide und bestätigten eine zwar eher schwache, aber immerhin aufwärts gerichtete Konjunktur. Kritisch verlief die Entwicklung dagegen in einigen Schwellenländern, die von Kapitalabflüssen, Aktienmarktverlusten, Währungsabwertungen und höherer Inflation betroffen waren. Auch die jüngsten Ereignisse rund um die Ukraine haben schon deutliche ökonomische Beeinträchtigungen ausgelöst, so insbesondere in Russland. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die globalen Aktienmärkte eher uneinheitlich und sehr volatil, der Euro tendierte dabei eher zur Stärke.

Das Wachstum der weltweiten Pkw-Nachfrage setzte sich im ersten Quartal fort. Dabei war insbesondere die Marktentwicklung in den reiferen Volkswirtschaften trotz einer Verlangsamung in den USA in Summe positiv. Dagegen entwickelten sich mit Ausnahme von China die Verkäufe in einigen großen Schwellenländern aufgrund der schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen weiterhin eher ungünstig. Der US-amerikanische Markt war zu Jahresbeginn durch die extremen Wetterverhältnisse beeinträchtigt. Im März war jedoch ein deutlicher Aufholeffekt zu beobachten, sodass die Nachfrage im Gesamtquartal insgesamt leicht über dem Vorjahresniveau lag. Der westeuropäische Markt übertraf das niedrige Vorjahresniveau um 7%. Die fünf größten Einzelmärkte wiesen dabei allesamt spürbare Zuwächse auf. In Japan war die Nachfrage von Vorzieheffekten mit Blick auf die Mehrwertsteuererhöhung im April gekennzeichnet, sodass sich der Markt gut 20% über dem Vorjahresniveau bewegte. In China blieb der Aufwärtstrend weiterhin intakt. Auch zu Jahresbeginn legten die Pkw-Verkäufe zweistellig zu. Dagegen war der russische Markt von ökonomischer Schwäche und der Krim-Krise geprägt und lag leicht unter dem Vorjahresniveau. In Indien war die Nachfrage weiter schwach und verfehlte das Vorjahresniveau deutlich.

Die Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw entwickelte sich im ersten Quartal regional unterschiedlich. Der nordamerikanische Markt war zu Jahresbeginn vom starken Winter beeinflusst und zeigte zunächst wenig Dynamik. Dennoch lag die Nachfrage dank einer günstigen Entwicklung im März im Gesamtquartal deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres. In Europa war der Markt im ersten Quartal noch durch den Vorzieheffekt im Zusammenhang mit der Einführung der Euro-VI-Abgasnorm geprägt und übertraf das schwache Vorjahresniveau spürbar. Ebenfalls durch einen Sondereffekt beeinflusst war der japanische Markt für leichte, mittelschwere und schwere Lkw. Hier gab es Vorzieheffekte mit Blick auf die Mehrwertsteuererhöhung im April, sodass die Nachfrage deutlich zweistellig über dem Vorjahresniveau lag. Die Lkw-Verkäufe in Brasilien entwickelten sich zu Jahresbeginn schwach und lagen deutlich unter dem Vorjahreswert. Vor allem die nach wie vor fehlende konjunkturelle Dynamik und ungünstigere Finanzierungskonditionen im Rahmen der staatlichen Förderprogramme waren hierfür ausschlaggebend. Die schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen in vielen Schwellenländern beeinträchtigten auch weiterhin die Lkw-Nachfrage in Indien und Russland. In Indien scheint zwar die Abwärtsdynamik nicht weiter zuzunehmen, im Vergleich zum Vorjahr war der Markt aber weiterhin deutlich zweistellig im Minus. Ebenfalls zweistellig dürfte der russische Markt nach letzten Schätzungen das Vorjahresniveau verfehlt haben. Dagegen lag der weltgrößte Lkw-Markt China zu Jahresbeginn noch deutlich über dem Vorjahresniveau, verlor aber zuletzt spürbar an Dynamik.

Die Nachfrage nach Transportern ist in Europa im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Der nordamerikanische Transportermarkt war von einer noch stärkeren Erholung gekennzeichnet.

Der Busmarkt in Westeuropa entwickelte sich in den ersten drei Monaten wie erwartet auf Vorjahresniveau. Dahingegen war der Markt in Osteuropa rückläufig. Bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Lage in Argentinien blieb auch der lateinamerikanische Markt unter dem Vorjahresniveau.

Absatz im ersten Quartal über Vorjahresniveau

Im ersten Quartal 2014 hat Daimler weltweit 565.800 Pkw und Nutzfahrzeuge abgesetzt und lag damit 13% über Vorjahres­niveau.

Mercedes-Benz Cars verbuchte mit 389.500 Einheiten das absatzstärkste erste Quartal der Unternehmensgeschichte. In Deutschland wurden 59.100 (i. V. 61.100) Einheiten verkauft, in Westeuropa (ohne Deutschland) waren es 93.200 (+5%) Einheiten. In den USA wurden 76.900 Fahrzeuge (+13%) abgesetzt. Absatzstarke Monate verbuchte Mercedes-Benz Cars im ersten Quartal außerdem in Japan (+44%) und Südkorea (+44%). In China verbesserte sich der Absatz deutlich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; hier wurden im ersten Quartal 70.300 Fahrzeuge verkauft (+52%).

Der Absatz von Daimler Trucks lag mit 108.500 Einheiten um 7% über dem Vorjahresquartal. Die Triade-Märkte entwickelten sich dabei positiv, wohingegen die Schwellenländer einen Nachfragerückgang zu verzeichnen hatten. Unser Absatz in Westeuropa blieb mit 11.600 Fahrzeugen leicht unter Vorjahresniveau. Hier hatten viele Kunden ihre Käufe in das zweite Halbjahr 2013 vorgezogen, bevor die neue Euro-VI-Abgasnorm Anfang 2014 gültig wurde. In Deutschland konnte Daimler Trucks dennoch eine Absatzsteigerung von 5% verzeichnen. Mit unseren Mercedes-Benz Fahrzeugen sind wir sowohl in der Region Westeuropa als auch im Kernmarkt Deutschland mit Marktanteilen von 22,0% beziehungsweise 38,1% weiterhin mit deutlichem Abstand Marktführer. In Lateinamerika ging unser Absatz um 22% auf 10.200 Einheiten zurück. Dort wurde die Lkw-Nachfrage durch die aktuellen Rahmenbedingungen negativ beeinflusst. Dennoch konnten wir in Brasilien den Marktanteil mit unseren Mercedes-Benz Fahrzeugen leicht steigern. In der NAFTA-Region war unser Absatz mit 34.600 verkauften Fahrzeugen um 13% höher als im Vorjahr. In der Klasse 6-8 erzielten wir mit unseren nordamerikanischen Marken einen Marktanteil von 40,1%. Damit konnten wir uns mit deutlichem Abstand als Marktführer behaupten. Der Absatz in Asien stieg um 15% auf 40.600 Einheiten. Ein Grund für die gestiegene Nachfrage in Japan war die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. April 2014.

Der Absatz von Mercedes-Benz Vans erhöhte sich im ersten Quartal 2014 um 16% auf 61.100 Einheiten. Dabei konnte die Transportersparte in ihrer Kernregion Westeuropa den Absatz um 20% auf 39.100 Einheiten steigern. In Osteuropa setzte sich der Wachstumskurs fort; trotz eines schwierigen Umfeldes in der Türkei stieg der Absatz in dieser Region von 5.200 auf 6.000 Einheiten. In den USA lag der Absatz mit 5.000 Einheiten um 26% über dem Vorjahresniveau. Auch in China verzeichneten wir zweistellige Wachstumsraten; der Absatz stieg um 14% auf 2.700 Einheiten. In Lateinamerika hingegen lag der Absatz mit 3.600 (i. V. 4.100) Einheiten unter dem Vorjahresniveau.

Der Absatz von Daimler Buses lag im ersten Quartal 2014 mit 6.700 Bussen und Fahrgestellen deutlich über dem Vorjahreswert von 6.000 Einheiten. Dabei konnte der Zuwachs in Westeuropa aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Nachfrage nach Komplettbussen den Absatzrückgang bei den Fahrgestellen in Lateinamerika mehr als kompensieren. In Westeuropa setzten wir 1.100 Einheiten ab; das waren doppelt so viele wie im Vorjahresquartal. In Lateinamerika (ohne Mexiko) lag der Absatz mit 4.000 (i. V. 4.100) Fahrgestellen leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Bei Daimler Financial Services stieg das Neugeschäft gegenüber dem Vorjahresquartal um 14% auf 9,8 Mrd. €. Das Vertragsvolumen lag zum Ende des ersten Quartals mit 84,3 Mrd. € leicht über dem Niveau vom Jahresende 2013.

Der Umsatz von Daimler lag im ersten Quartal bei 29,5 Mrd. € und damit 13% über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Wechselkursveränderungen betrug der Umsatzanstieg 18%.

Einen im Vergleich zum Absatz überproportionalen Umsatzanstieg erzielte das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars aufgrund des günstigeren Modell-Mix. Bei Daimler Trucks lag der Umsatz trotz eines Absatzwachstums um 7% mit 7,1 Mrd. € nur leicht über dem Vorjahresniveau, da sich Wechselkurseffekte im Umsatz belastend ausgewirkt haben. Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans konnte den Umsatz um 11% auf 2,2 Mrd. € steigern. Auch bei den Bussen war ein zweistelliger Umsatzzuwachs zu verzeichnen, hier hat sich insbesondere ein höherer Anteil von Komplettbussen positiv ausgewirkt.

C.01

Absatz nach Geschäftsfeldern
  Q1 2014 Q1 2013 Veränd. in %
       
Daimler-Konzern 565.799 501.600 +13
Mercedes-Benz Cars 389.476 341.511 +14
Daimler Trucks 108.529 101.433 +7
Mercedes-Benz Vans 61.119 52.623 +16
Daimler Buses 6.675 6.033 +11

C.02

Umsatz nach Geschäftsfeldern
in Millionen Q1 2014 Q1 2013 Veränd. in %
       
Daimler-Konzern 29.457 26.102 +13
Mercedes-Benz Cars 17.004 14.110 +21
Daimler Trucks 7.121 7.024 +1
Mercedes-Benz Vans 2.212 1.986 +11
Daimler Buses 859 751 +14
Daimler Financial Services 3.809 3.577 +6
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